Glen Moray 2015/2023 - Sansibar – Glen Moray 2015/2023 Sansibar: Speyside-Whisky mit Fassproblemen
Glen Moray 2015/2023 - Sansibar

Glen Moray 2015/2023 - Sansibar

Junge Whiskys können aufregend sein – wenn sie gut gemacht sind. Leider gibt es auch Kandidaten, die eher nach Experiment als nach Genuss schmecken. Der Glen Moray 2015/2023 von Sansibar mit satten 62 % ABV gehört zur zweiten Kategorie. Was als fruchtiger Speyside-Dram beginnt, endet in einem fragwürdigen Fass-Fiasko.

  • Single Malt
  • Schottland
  • Speyside
  • 7 Jahre
  • 62% Vol.
  • Glen Moray
  • Sansibar
  • 107,14 €/l

Verkostung

Nase

Die Nase macht erstmal Hoffnung. Steinobst, Birne, Traube – klingt doch gut! Die Fruchtigkeit wird von Honig und einer leichten Vanillenote begleitet, während eine grasige Frische für etwas Lebendigkeit sorgt. Alles wirkt recht harmonisch, wenn auch nicht besonders tief.

Gaumen

Kribbelig, würzig und unausgeglichen – die 62 % sind nicht gerade elegant eingebunden. Ja, da ist eine leichte Fruchtigkeit, aber sie geht gnadenlos unter. Stattdessen gibt’s eine chaotische Mischung aus Schärfe und Bitterkeit. Ein echter Prügelknabe von einem Whisky.

Abgang

Nach dem wilden Ritt bleibt… nichts Gutes. Altes Fass? Mineralisch? Fast metallisch? Egal, was hier passiert ist – es passt nicht zusammen. Das bitter-holzige Finish hinterlässt keinen bleibenden Eindruck, außer dass man sich fragt, warum dieser Whisky unbedingt in die Flasche musste.

Gedanken

Marcel

Marcel 69/100

Hier bekommt man einen wilden, fast ungestümen Speyside-Youngster, der mehr nach Power als nach Genuss schreit. Spaß macht das nur bedingt, denn der Glen Moray 2015/2023 wirkt wie ein Rohrkrepierer, der seine Fasswahl bitter bereut – ein dramatisches Durcheinander ohne echte Harmonie.

Sascha

Sascha 69/100

Der Glen Moray 2015/2023 präsentiert sich unausgewogen und durch die hohe Alkoholstärke eher scharf als elegant. Trotz ansprechender Fruchtnoten leidet das Gesamtbild unter einem inkohärenten Fasscharakter und einem bitteren, mineralischen Finish, das die Balance dieses jungen Speyside-Whiskys empfindlich stört.

Preis-Leistung: Angemessen

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Häufig gestellte Fragen

Warum schmeckt der Glen Moray 2015/2023 so unausgeglichen trotz der Fruchtigkeit in der Nase?

Obwohl die Nase fruchtige Noten von Steinobst, Birne und Traube zeigt, beeinträchtigen die sehr hohe Alkoholstärke von 62 % und die unausgewogene Fassreifung den Geschmack stark. Das Ergebnis ist eine scharfe, bittere und chaotische Mischung am Gaumen, die die anfängliche Fruchtigkeit überdeckt.

Was bedeutet es, dass der Glen Moray 2015/2023 ein Independent Bottling von Sansibar ist?

Ein Independent Bottling bedeutet, dass der Whisky nicht direkt von der Brennerei Glen Moray abgefüllt wurde, sondern von einem unabhängigen Händler oder Abfüller wie Sansibar. Diese Abfüllungen können experimenteller sein, was manchmal zu ungewöhnlichen Geschmackserlebnissen führt, wie bei diesem dramatisch hohen Alkoholgehalt.

Wie beeinflusst das Fass die Qualität und den Geschmack dieses Glen Moray Whiskys?

Das Fass spielt eine entscheidende Rolle, und bei diesem Whisky scheint die Fassreifung problematisch gewesen zu sein. Hinweise auf ein altes oder schlecht geeignetes Fass zeigen sich im bitter-holzigen, mineralischen und fast metallischen Finish, das den Gesamteindruck negativ prägt.