Michel Couvreur Cap a Pie Release 2018
Mit dem Cap à Pie erweitert Michel Couvreur sein Portfolio um eine spannende Assemblage. Vermählt wurden Whiskys im Alter von 4 bis 12 Jahren, die allesamt ein vierjähriges Finish in ehemaligen Sherryfässern durchlaufen haben. Herausgekommen ist ein kraftvoller, dunkler Whisky ohne Altersangabe (NAS), abgefüllt mit 45 % Vol., der seine Herkunft zwar nicht verrät, aber seine Lagerung deutlich spüren lässt.
Verkostung
Nase
Schon beim ersten Riechen könnte man kurz stutzen – riecht das etwa nach Espresso? Die Assoziation ist stark, denn dunkle Röstaromen dominieren das Bild. Dazu gesellen sich eine leicht muffige Keller-Note, Nüsse und ein Hauch von getrockneten Datteln. Leder, dunkle Schokolade und ein Hauch Lakritz runden das komplexe Aromenspiel ab. Eine Nase, die provoziert – nicht gefällig, sondern fordernd.
Gaumen
Am Gaumen zeigt sich der Cap à Pie von seiner trockenen Seite. Erdige und deutlich eichige Töne prägen das Profil, begleitet von dattelartiger Süße und einer fruchtigen Note, die an dunkle Beeren erinnert. Besonders auffällig: ein Eindruck von vergorenen Trauben, der dem Whisky einen beinahe weinähnlichen Charakter verleiht. Der Sherry-Einfluss ist unverkennbar, drängt sich aber nicht mit Süße, sondern mit Würze und Tiefe in den Vordergrund.
Abgang
Der Abgang bleibt dem Gesamteindruck treu: trocken, würzig und mit einer Portion Eiche. Ein Hauch Pfeffer bringt Schärfe ins Spiel, bevor eine leichte Muffigkeit das Bild abrundet – wie ein letzter Blick in ein altes Kellergewölbe voller Weinfässer.
Gedanken
Marcel 77/100
Kein Whisky für Sammler, sondern für Genießer, die Lust auf ein ungewöhnliches, herbes Geschmackserlebnis haben. Cap à Pie überrascht mit seiner trockenen, fast schon rustikalen Art und fordert den Mutigen, sich auf seine dunklen Kelleraromen einzulassen. Wer auf Sherrybomben steht, sollte hier besser wegschauen – dieser Tropfen ist ehrlich, eigen und definitiv ein Gesprächsthema beim nächsten Tasting.
Sascha 75/100
Der Michel Couvreur Cap à Pie überzeugt durch seine komplexe Struktur und das gelungene Zusammenspiel von trockenen Sherrynoten und erdiger Eiche. Trotz der eigenwilligen Muffigkeit bleibt er ausbalanciert und zeigt eine interessante Tiefe, die bei 45 % Volumen gut getragen wird. Kein einfacher Einstieg, aber eine spannende Assemblage für Liebhaber anspruchsvoller Whiskys mit Charakter.
Preis-Leistung: Angemessen
Entdecke unsere Preis-LeistungssiegerHäufig gestellte Fragen
Warum gibt Michel Couvreur beim Cap à Pie Release 2018 kein Alter an?
Der Cap à Pie ist eine Assemblage aus Whiskys im Alter von 4 bis 12 Jahren, die gemeinsam ein vierjähriges Sherry-Finish durchlaufen haben. Michel Couvreur verzichtet bewusst auf eine Altersangabe (NAS), um die Komplexität der Mischung hervorzuheben, ohne sich auf ein einzelnes Alter zu beschränken.
Welche Rolle spielt das Sherry-Finish bei diesem Whisky?
Das mindestens vierjährige Finish in ehemaligen Sherryfässern prägt den Cap à Pie maßgeblich. Es sorgt für die würzige Tiefe, die trockene Süße und die komplexen Aromen von dunklen Beeren, Leder und Gewürzen, ohne dabei zu süß zu wirken.
Warum erinnert der Geschmack teilweise an vergorene Trauben und Wein?
Der weinähnliche Charakter entsteht durch das Sherry-Finish, das dem Whisky eine fruchtige Note verleiht, die an dunkle Beeren und vergorene Trauben erinnert. Diese Nuance verleiht dem Cap à Pie eine besondere Tiefe und Komplexität, die ihn von klassischen Whiskys unterscheidet.